
Steigende Bauzinsen haben viele Immobilienbesitzer verunsichert, insbesondere wenn in naher Zukunft eine Anschlussfinanzierung ansteht. Eine Möglichkeit, sich frühzeitig attraktive Konditionen zu sichern, bietet das sogenannte Forward-Darlehen. Doch ist diese Strategie immer sinnvoll? In diesem Artikel erklären wir, was ein Forward-Darlehen ist, welche Vor- und Nachteile es bietet und worauf Kreditnehmer achten sollten.
Ein Forward-Darlehen ist eine spezielle Form der Anschlussfinanzierung. Es ermöglicht Kreditnehmern, sich schon vor Ablauf der aktuellen Zinsbindung die aktuellen Zinssätze für die Zukunft zu sichern. Die Vorlaufzeit kann je nach Anbieter zwischen 6 und 60 Monaten betragen. Erst nach dieser Phase erfolgt die Auszahlung des Kredits. Während dieser Zeit fallen keine Bereitstellungszinsen an, aber es wird ein sogenannter Forward-Aufschlag erhoben, der mit zunehmender Vorlaufzeit steigt.
1. Planungssicherheit: Wer sich frühzeitig für ein Forward-Darlehen entscheidet, kennt bereits Jahre im Voraus den Zinssatz für die Anschlussfinanzierung. Dies erleichtert die finanzielle Planung erheblich.
2. Absicherung gegen steigende Zinsen: Sollte das Zinsniveau weiter ansteigen, profitieren Kreditnehmer davon, dass sie sich einen besseren Zinssatz gesichert haben.
3. Keine Bereitstellungszinsen: Während der Vorlaufzeit entstehen in der Regel keine zusätzlichen Kosten in Form von Bereitstellungszinsen.
1. Zinsaufschläge: Banken berechnen für die frühzeitige Zinssicherung einen Aufschlag. Üblicherweise liegt dieser zwischen 0,01 und 0,03 Prozentpunkten pro Monat der Vorlaufzeit.
2. Risiko sinkender Zinsen: Sollten die Zinsen wider Erwarten fallen, sind Kreditnehmer dennoch an den vorher vereinbarten, höheren Zinssatz gebunden.
3. Geringere Flexibilität: Nach Abschluss eines Forward-Darlehens besteht eine vertragliche Bindung. Ein späterer Rücktritt ist nur mit einer meist kostspieligen Vorfälligkeitsentschädigung möglich.
Ob sich ein Forward-Darlehen lohnt, hängt von der Zinsentwicklung und der individuellen Situation des Kreditnehmers ab. Aktuelle Marktprognosen gehen davon aus, dass das Zinsniveau mittelfristig weitgehend stabil bleibt, sodass sich ein Forward-Darlehen vor allem für diejenigen lohnt, die absolute Planungssicherheit bevorzugen. Wer hingegen glaubt, dass die Zinsen künftig eher sinken werden, könnte durch Abwarten profitieren.
Ein Forward-Darlehen kann eine sinnvolle Strategie sein, um sich gegen steigende Zinsen abzusichern. Allerdings sollten Kreditnehmer die möglichen Zusatzkosten durch Zinsaufschläge und das Risiko einer fallenden Zinsentwicklung berücksichtigen. Eine frühzeitige Beratung und ein sorgfältiger Vergleich der Konditionen verschiedener Banken sind daher essenziell, um die beste Entscheidung für die eigene Finanzierung zu treffen.
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